Leitfaden
Eine praktische Anleitung, mit der Unternehmen Upcycling kommunikativ wirksam und wirtschaftlich tragfähig umsetzen.
Forschung · Innovationssprint
Industrielles Upcycling von Unternehmensbekleidung. Potentiale der Kommunikation.
Unternehmen, die ihre ausgediente Dienstkleidung bei uns upcyceln lassen, berichten darüber sehr unterschiedlich: im Intranet, auf Social Media, in Pressemitteilungen, im eigenen Fanshop, manchmal nur als Fußnote im Nachhaltigkeitsbericht. Was ihnen diese Kommunikation tatsächlich bringt, hat bisher niemand systematisch untersucht. Für uns ist klar: Upcycling hat deutlich mehr kommunikatives Potenzial, als die meisten Unternehmen heute nutzen. Wie sich dieses Potenzial heben lässt, erforschen wir bis Februar 2028 gemeinsam mit der TU Berlin.

Hintergrund
Die ökologischen und sozialen Probleme der Textilbranche sind bekannt. Upcycling setzt dort an, wo ausgediente Kleidung sonst zu Abfall wird, und verbindet ökologischen und sozialen Nutzen mit wirtschaftlichen Zielen.
Die Herausforderungen
Hoher Ressourceneinsatz
Neue Kleidung bindet viel Material, Energie und Wasser.
Kritische Produktionsbedingungen
In der Herstellung von Kleidung sind die Arbeitsbedingungen vielerorts ein Problem.
Immer kürzere Nutzung
Kleidung wird schneller ersetzt, ihre Lebensdauer sinkt.
Wachsende Altkleiderberge
Weltweit fallen immer mehr Alttextilien an, mit langfristigen Folgen für die Umwelt.
Was Upcycling leisten kann
Eine Frage ist dabei bisher kaum erforscht: welchen kommunikativen Wert Upcycling für Unternehmen schafft. Genau hier setzt UpKomm an.
Einblicke




Ausgangslage
Die Produktion beherrschen wir. Über 1.000 entwickelte Produkttypen und unsere bisherigen Großprojekte zeigen das. Deshalb begleiten wir unsere Kund:innen längst über die Fertigung hinaus: von der Idee über das fertige Produkt bis zur Kommunikation nach innen und außen. Um dieses Angebot weiterzuentwickeln und unsere Kund:innen noch besser zu verstehen, gehen wir den offenen Fragen jetzt wissenschaftlich nach.
Schwieriger ist die Frage davor: Wer im Unternehmen entscheidet eigentlich über ein Upcycling-Projekt? Marketing, Einkauf, Personal oder Nachhaltigkeit? Welche Einwände kommen, bevor es startet? Und was bringt es am Ende, jenseits des guten Gefühls?
Auf diese Fragen gibt es bislang keine belastbaren Antworten. Das EU-Vernichtungsverbot und die CSRD-Berichtspflichten erhöhen den Druck, Kreislaufmaßnahmen nachweisbar zu machen. Unternehmen brauchen dafür mehr als Einzelfälle. Sie brauchen eine Grundlage, auf der sich entscheiden lässt.
Ein zweiter Engpass liegt bei uns selbst. Solange jede Charge Alttextilien einzeln bewertet wird, bleibt Upcycling ein Projektgeschäft. Ohne standardisierte Materialeingangsbewertung wird daraus kein Regelprozess.
Die Forschungsfrage
UpKomm verbindet unsere Praxis aus der Kreislaufwirtschaft mit der Transfer- und Kommunikationswissenschaft der TU Berlin. Wir untersuchen die Schnittstelle von drei Forschungsfeldern, an der es bisher kaum belastbare Erkenntnisse gibt, und entwickeln daraus unter anderem eine Typologie, die zeigt, auf welchen Wegen Upcycling kommunikativen Wert schafft.
Hochwertig und in Serie
Aus Alttextilien entstehen heute oft einfache Taschen oder Einzelstücke. UpKomm soll anspruchsvollere Produkte, etwa Westen aus ausgedienten Anzugjacken, serienfähig machen. Der Schlüssel dafür ist eine standardisierte Bewertung des angelieferten Materials.
Vorgehen
Den Kern bilden über 50 Gespräche mit Unternehmen, die bereits mit uns gearbeitet haben, und mehr als zehn Interviews mit Herstellern von Unternehmensbekleidung im DACH-Raum. Die TU Berlin verantwortet Methodik und Auswertung, wir bringen die Praxis und das Material ein.
50+
Gespräche mit Unternehmen
10+
Interviews mit Herstellern
4
Arbeitspakete
1
Leitfaden, erprobt am echten Produkt
Was wir aus unseren bisherigen Großprojekten gelernt haben, bereiten wir systematisch auf. Daraus entsteht eine standardisierte Materialeingangsbewertung für konfektionierte Alttextilien: die Grundlage, um kommunikativen Wert schon im Prozess mitzudenken.
Interviews mit unseren Bestandskund:innen: Wie wurde intern entschieden, welche Hürden gab es, und was hat das Projekt für Reputation, Marke und Belegschaft bewirkt?
Gespräche mit Herstellern von Unternehmensbekleidung über strategische Entscheidungen und Marktchancen. Sie bestimmen mit, ob Kreislaufmodelle Standard werden oder Sonderfall bleiben.
Aus den Befunden entstehen praxisnahe Handlungsempfehlungen, die wir an einem echten Produkt erproben, etwa einer Weste aus ausgedienten Anzugjacken.
Ergebnisse
Eine praktische Anleitung, mit der Unternehmen Upcycling kommunikativ wirksam und wirtschaftlich tragfähig umsetzen.
Ein Ordnungsraster, das zeigt, wo und wie Upcycling für Unternehmen kommunikativen Mehrwert erzeugt.
Ein standardisiertes Verfahren, um ausgediente Textilien verlässlich einzuschätzen: der Schritt vom Projekt- zum Regelgeschäft.
Ein höherwertiges Upcycling-Produkt, etwa eine Weste aus ausgedienten Anzugjacken, an dem sich der Leitfaden in der Praxis beweisen muss.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse erscheinen als frei zugänglicher Fachartikel.
Konsortium
Koordination · Teilprojekt A

Wir bringen erprobtes Praxiswissen ein: zu wirtschaftlichen Stellschrauben, Prozessanforderungen und Regulatorik. Wir führen die Gespräche mit Kund:innen und Herstellern, entwickeln die standardisierte Materialeingangsbewertung und bauen den Demonstrator, an dem sich der Leitfaden beweisen muss.
Michael Pfeifer
Projektleitung, CEO & Co-Founder
Alicia Gerlitz
Senior Product Developer
Emily Wuschko
Junior Operations Manager
Juliusstraße 64, 12051 Berlin
Teilprojekt B

Das Institut für Sprache und Kommunikation fundiert das Projekt kommunikations- und transferwissenschaftlich. Es verantwortet das Forschungsdesign und die wissenschaftliche Auswertung, entwickelt gemeinsam mit uns die Interviewleitfäden und übersetzt die Ergebnisse in praxisnahe Handlungsempfehlungen. Die Erkenntnisse erscheinen als Open-Access-Fachartikel.
PD Dr. habil. Thorsten Philipp
Privatdozent für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Kommunikation | Referent Transdisziplinäre Lehre
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Projektseite der TU BerlinMitmachen
Ab Dezember 2026 führen wir die Interviews. Wenn Du in einem Unternehmen für Beschaffung, Nachhaltigkeit, Marketing oder Personal zuständig bist oder Unternehmensbekleidung herstellst, sind Deine Erfahrungen für uns wertvoll. Ein Gespräch dauert etwa eine halbe Stunde, die wissenschaftliche Auswertung übernimmt die TU Berlin.
Förderung


UpKomm wird im Rahmen der Förderrichtlinie DATIpilot vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter den Förderkennzeichen 03DPC0323S (MOOT Upcycling GmbH) und 03DPC0323T (TU Berlin) gefördert. Das Vorhaben läuft vom 01.09.2026 bis zum 29.02.2028 und ist Teil der Innovationscommunity CirTex.