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UpKomm

Industrielles Upcycling von Unternehmensbekleidung. Potentiale der Kommunikation.

Unternehmen, die ihre ausgediente Dienstkleidung bei uns upcyceln lassen, berichten darüber sehr unterschiedlich: im Intranet, auf Social Media, in Pressemitteilungen, im eigenen Fanshop, manchmal nur als Fußnote im Nachhaltigkeitsbericht. Was ihnen diese Kommunikation tatsächlich bringt, hat bisher niemand systematisch untersucht. Für uns ist klar: Upcycling hat deutlich mehr kommunikatives Potenzial, als die meisten Unternehmen heute nutzen. Wie sich dieses Potenzial heben lässt, erforschen wir bis Februar 2028 gemeinsam mit der TU Berlin.

Besprechung am Zuschnitttisch der MOOT-Werkstatt: Auf dem Tisch liegen ausgediente Warnschutz- und Einsatzkleidung
Laufzeit
09/2026 – 02/202818 Monate
Förderkennzeichen
03DPC0323S 03DPC0323TMOOT / TU Berlin · Projektträger Jülich
Förderprogramm
DATIpilotModul 2, Innovationscommunities
Community
CirTexCircular Textiles

Die Textilbranche steht unter Druck. Upcycling ist ein Hebel.

Die ökologischen und sozialen Probleme der Textilbranche sind bekannt. Upcycling setzt dort an, wo ausgediente Kleidung sonst zu Abfall wird, und verbindet ökologischen und sozialen Nutzen mit wirtschaftlichen Zielen.

Die Herausforderungen

  • Hoher Ressourceneinsatz

    Neue Kleidung bindet viel Material, Energie und Wasser.

  • Kritische Produktionsbedingungen

    In der Herstellung von Kleidung sind die Arbeitsbedingungen vielerorts ein Problem.

  • Immer kürzere Nutzung

    Kleidung wird schneller ersetzt, ihre Lebensdauer sinkt.

  • Wachsende Altkleiderberge

    Weltweit fallen immer mehr Alttextilien an, mit langfristigen Folgen für die Umwelt.

Was Upcycling leisten kann

  • Materialkreisläufe verlängern
  • Abfallmengen senken
  • Sozialstandards stärken
  • Ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Wert verbinden

Eine Frage ist dabei bisher kaum erforscht: welchen kommunikativen Wert Upcycling für Unternehmen schafft. Genau hier setzt UpKomm an.

Begutachtung eines ausgedienten Dienstkleidungsteils am Werktisch
Lager mit sortierten Alttextilien und ausgedienter Dienstkleidung
Gespräch vor dem Eingang der MOOT-Werkstatt in Berlin
MOOT-Materiallager mit Regalen voller Upcycling-Produkte

Die Technik ist gelöst. Die Entscheidung nicht.

Die Produktion beherrschen wir. Über 1.000 entwickelte Produkttypen und unsere bisherigen Großprojekte zeigen das. Deshalb begleiten wir unsere Kund:innen längst über die Fertigung hinaus: von der Idee über das fertige Produkt bis zur Kommunikation nach innen und außen. Um dieses Angebot weiterzuentwickeln und unsere Kund:innen noch besser zu verstehen, gehen wir den offenen Fragen jetzt wissenschaftlich nach.

Schwieriger ist die Frage davor: Wer im Unternehmen entscheidet eigentlich über ein Upcycling-Projekt? Marketing, Einkauf, Personal oder Nachhaltigkeit? Welche Einwände kommen, bevor es startet? Und was bringt es am Ende, jenseits des guten Gefühls?

Auf diese Fragen gibt es bislang keine belastbaren Antworten. Das EU-Vernichtungsverbot und die CSRD-Berichtspflichten erhöhen den Druck, Kreislaufmaßnahmen nachweisbar zu machen. Unternehmen brauchen dafür mehr als Einzelfälle. Sie brauchen eine Grundlage, auf der sich entscheiden lässt.

Ein zweiter Engpass liegt bei uns selbst. Solange jede Charge Alttextilien einzeln bewertet wird, bleibt Upcycling ein Projektgeschäft. Ohne standardisierte Materialeingangsbewertung wird daraus kein Regelprozess.

Wie wird Upcycling durch gezielte Kommunikation und eine standardisierte Materialbewertung skalierbar und wirtschaftlich tragfähig?

UpKomm verbindet unsere Praxis aus der Kreislaufwirtschaft mit der Transfer- und Kommunikationswissenschaft der TU Berlin. Wir untersuchen die Schnittstelle von drei Forschungsfeldern, an der es bisher kaum belastbare Erkenntnisse gibt, und entwickeln daraus unter anderem eine Typologie, die zeigt, auf welchen Wegen Upcycling kommunikativen Wert schafft.

Hochwertig und in Serie

Aus Alttextilien entstehen heute oft einfache Taschen oder Einzelstücke. UpKomm soll anspruchsvollere Produkte, etwa Westen aus ausgedienten Anzugjacken, serienfähig machen. Der Schlüssel dafür ist eine standardisierte Bewertung des angelieferten Materials.

Vier Arbeitsbereiche über 18 Monate

Den Kern bilden über 50 Gespräche mit Unternehmen, die bereits mit uns gearbeitet haben, und mehr als zehn Interviews mit Herstellern von Unternehmensbekleidung im DACH-Raum. Die TU Berlin verantwortet Methodik und Auswertung, wir bringen die Praxis und das Material ein.

50+

Gespräche mit Unternehmen

10+

Interviews mit Herstellern

4

Arbeitspakete

1

Leitfaden, erprobt am echten Produkt

  1. AP 1

    Wissensressourcen

    Was wir aus unseren bisherigen Großprojekten gelernt haben, bereiten wir systematisch auf. Daraus entsteht eine standardisierte Materialeingangsbewertung für konfektionierte Alttextilien: die Grundlage, um kommunikativen Wert schon im Prozess mitzudenken.

  2. AP 2

    Erfahrungen

    Interviews mit unseren Bestandskund:innen: Wie wurde intern entschieden, welche Hürden gab es, und was hat das Projekt für Reputation, Marke und Belegschaft bewirkt?

  3. AP 3

    Erwartungen

    Gespräche mit Herstellern von Unternehmensbekleidung über strategische Entscheidungen und Marktchancen. Sie bestimmen mit, ob Kreislaufmodelle Standard werden oder Sonderfall bleiben.

  4. AP 4

    Zukünfte

    Aus den Befunden entstehen praxisnahe Handlungsempfehlungen, die wir an einem echten Produkt erproben, etwa einer Weste aus ausgedienten Anzugjacken.

Was am Ende auf dem Tisch liegt

Leitfaden

Eine praktische Anleitung, mit der Unternehmen Upcycling kommunikativ wirksam und wirtschaftlich tragfähig umsetzen.

Typologie kommunikativer Wertschöpfung

Ein Ordnungsraster, das zeigt, wo und wie Upcycling für Unternehmen kommunikativen Mehrwert erzeugt.

Materialeingangsbewertung

Ein standardisiertes Verfahren, um ausgediente Textilien verlässlich einzuschätzen: der Schritt vom Projekt- zum Regelgeschäft.

Demonstrator

Ein höherwertiges Upcycling-Produkt, etwa eine Weste aus ausgedienten Anzugjacken, an dem sich der Leitfaden in der Praxis beweisen muss.

Open Access

Die wissenschaftlichen Ergebnisse erscheinen als frei zugänglicher Fachartikel.

Industrie-Know-how trifft Kommunikations­wissenschaft

Koordination · Teilprojekt A

MOOT

MOOT Upcycling GmbH

Wir bringen erprobtes Praxiswissen ein: zu wirtschaftlichen Stellschrauben, Prozessanforderungen und Regulatorik. Wir führen die Gespräche mit Kund:innen und Herstellern, entwickeln die standardisierte Materialeingangsbewertung und bauen den Demonstrator, an dem sich der Leitfaden beweisen muss.

Juliusstraße 64, 12051 Berlin

Teilprojekt B

Technische Universität Berlin

Technische Universität Berlin

Das Institut für Sprache und Kommunikation fundiert das Projekt kommunikations- und transferwissenschaftlich. Es verantwortet das Forschungsdesign und die wissenschaftliche Auswertung, entwickelt gemeinsam mit uns die Interviewleitfäden und übersetzt die Ergebnisse in praxisnahe Handlungsempfehlungen. Die Erkenntnisse erscheinen als Open-Access-Fachartikel.

Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Projektseite der TU Berlin

Wir suchen Gesprächs­partner:innen

Ab Dezember 2026 führen wir die Interviews. Wenn Du in einem Unternehmen für Beschaffung, Nachhaltigkeit, Marketing oder Personal zuständig bist oder Unternehmensbekleidung herstellst, sind Deine Erfahrungen für uns wertvoll. Ein Gespräch dauert etwa eine halbe Stunde, die wissenschaftliche Auswertung übernimmt die TU Berlin.

Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und RaumfahrtDATIpilotInnovationscommunity CirTex – Circular Textiles

UpKomm wird im Rahmen der Förderrichtlinie DATIpilot vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter den Förderkennzeichen 03DPC0323S (MOOT Upcycling GmbH) und 03DPC0323T (TU Berlin) gefördert. Das Vorhaben läuft vom 01.09.2026 bis zum 29.02.2028 und ist Teil der Innovationscommunity CirTex.

Projektseite der TU Berlin