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Wege und Regeln

Alte Arbeitskleidung: upcyceln oder recyceln lassen?

Lukas Landefeld · Sales und Development · 5 Min. ·

Arbeitskleidung ist auf Langlebigkeit gebaut, aber auch ein langes Leben endet. Wer alte Arbeitskleidung recyceln lassen will, steht dann vor Kisten voller Schutzbekleidung, Warnwesten und Funktionsjacken und vor der Frage, welcher Weg der richtige ist.

Recycling ist eine Möglichkeit, aber bei Berufsbekleidung eine aufwendige. Das Material besteht fast immer aus Mischgeweben, dazu kommen Reflexstreifen, Reißverschlüsse, Knöpfe und Beschichtungen. All das muss getrennt werden, und was am Ende herauskommt, ist meist Dämmstoff oder Putzlappen. Warum das fachlich Downcycling ist und nicht Recycling, haben wir in einem eigenen Artikel auseinandergenommen.

Beim Upcycling bleibt der Stoff, wie er ist. Wir schneiden daraus neue Produkte zu und nutzen dabei die Eigenschaften, für die die Kleidung einmal gekauft wurde: reißfest, wetterbeständig, farbecht.

Alte Arbeitskleidung recyceln oder upcyceln: welche Kleidung sich eignet

Verarbeitbar ist fast alles, was in Unternehmen ausgemustert wird. Poloshirts, Hemden und T-Shirts, Sweatshirts und Hoodies, Hosen und Sakkos, Softshell- und Funktionsjacken, Uniformen, Warnwesten und Sicherheitskleidung.

Funktionsmaterialien sind für uns besonders interessant, weil sie robust und oft wasserabweisend sind.

Die Menge ist das eigentliche Kriterium. Damit ein Projekt sauber läuft, sollte das Material für mindestens 250 Produkte reichen. Wie viel das konkret bedeutet, hängt am Zielprodukt: Aus einer Jacke entsteht eine Laptophülle, für ein Stifteetui reicht ein Bruchteil davon.

Was aus ausgemusterter Berufskleidung entsteht

Aus Jacken und Sweatshirts fertigen wir Laptophüllen, Bauchtaschen, Moonbags und Kulturbeutel. Aus Hemden, Poloshirts und T-Shirts werden Turnbeutel, Schlauchschals, Kissen und Schlafmasken. Aus kleineren Reststücken entstehen in hoher Stückzahl Schlüsselanhänger, Cardholder und Etuis.

Aus Sicherheitswesten lassen sich Tragetaschen oder Reflektorelemente machen, die ihren praktischen Nutzen behalten.

Auf Wunsch bekommt jedes Produkt ein eingewebtes Etikett in eurem Design.

Die zwei Fragen, die immer kommen

Zum Zustand. Getragene, verschwitzte oder verschmutzte Arbeitskleidung ist kein Ausschlusskriterium. Das Material wird vorab industriell aufbereitet, die Kosten dafür liegen je nach Produktgröße im Bereich weniger Cent pro Stück und werden vor dem Versand benannt.

Zum Logo. Viele halten die alte Firmenkennzeichnung für ein Problem. Aus unserer Erfahrung ist sie der Grund, warum das Produkt funktioniert, weil sie die Herkunft mit erzählt. Wer es anders möchte: Wir decken das Logo ab, schneiden es weg oder verarbeiten die Innenseite.

Bei zertifizierter Schutzkleidung klären wir vorab, was im Einzelfall zu beachten ist, bevor Material verschickt wird.

Aus dem Spind in den Alltag

Für DHL haben wir aus ausrangierter Zustellerbekleidung eine Kollektion entwickelt, die über den Fanshop verkauft wird. Für die Frankfurter Verkehrsgesellschaft wurde aus alter Dienstkleidung eine Linie aus Rucksäcken und Bauchtaschen.

In beiden Fällen ist aus einem Entsorgungsposten etwas geworden, das Mitarbeitende tragen.

Wenn ein anderer Weg besser passt, sagen wir das auch, und welche fünf Möglichkeiten es überhaupt gibt, haben wir in einem eigenen Artikel gegenübergestellt.

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Was steht bei euch in den Kisten?

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