Banner zu Taschen: Wie viele entstehen aus 100 Quadratmetern Bannerstoff?
Emily Wuschko · Product Development und Supply Chain Management · 7 Min. ·
Die häufigste Frage vor einem Upcycling-Projekt lautet: Wie viele Taschen entstehen aus unseren Bannern, und reicht das Material? Weil Banner zu Taschen zu verarbeiten stark vom Zielprodukt abhängt, hier eine durchgerechnete Übersicht. Grundlage sind 100 Quadratmeter Bannerstoff. Das entspricht etwa siebzehn Bauzaunbannern im Standardmaß oder einer größeren Messerückwand mit Zubehör.
Alle Werte gelten für mittelschweres PVC-Frontlit. Bei dünnerem Material fällt die Ausbeute höher aus, bei sehr schwerem Material etwas niedriger. Welches Bannermaterial sich für welches Produkt eignet, steht in Mesh, Blockout oder PVC.
Banner zu Taschen: wie viele aus einem Quadratmeter entstehen
Rucksack, Messenger Bag und Dufflebag brauchen jeweils etwa einen Quadratmeter zusammenhängende Fläche, eine Tragetasche etwa einen halben. Die vollständige Staffelung steht in den folgenden Abschnitten.
Ein Produkt pro Quadratmeter: rund 100 Stück
Rucksack, Messenger Bag und Dufflebag brauchen jeweils etwa einen Quadratmeter zusammenhängende Fläche.
Damit zeigt sich gleich ein wichtiger Punkt: Für eine Serie Rucksäcke reichen 100 Quadratmeter nicht, weil unsere Staffel bei 250 Stück pro Produkt beginnt. Dafür braucht es rund 250 Quadratmeter.
Zwei bis drei Produkte pro Quadratmeter: 200 bis 300 Stück
| Produkt | Stück |
|---|---|
| Tragetasche | rund 200 |
| Turnbeutel | rund 200 |
| Laptophülle | 200 bis 300 |
| Sitzkissen | 200 bis 300 |
| Moonbag | rund 300 |
Vier bis sechs Produkte pro Quadratmeter: 400 bis 800 Stück
| Produkt | Stück |
|---|---|
| Kulturbeutel | 400 bis 800 |
| Clutch | 400 bis 800 |
| Bauchtasche | rund 500 |
| Brustbeutel | rund 600 |
Zehn bis zwanzig Produkte pro Quadratmeter: 1.000 bis 2.000 Stück
| Produkt | Stück |
|---|---|
| Packing Bag | 1.000 bis 1.500 |
| Brillenetui | 1.000 bis 1.500 |
| Stifteetui | 1.500 bis 2.000 |
Ab 25 Produkten pro Quadratmeter: 2.500 bis 5.000 Stück
| Produkt | Stück |
|---|---|
| Cardholder | rund 2.500 |
| Untersetzer | rund 2.500 |
| Schlüsseltasche | rund 2.500 |
| Reflektorstreifen | rund 2.500 |
| Schlüsselanhänger | 3.000 bis 5.000 |
Warum die Spannen so groß sind
Bei Produkten mit einer Spanne entscheidet der Zuschnitt. Wie viel sich aus einer Fläche herausholen lässt, hängt an der Form des Materials und daran, wie gut sich die Schnittmuster darauf anordnen lassen. Ein durchgehendes Banner ergibt mehr als dieselbe Fläche in vielen kleinen Reststücken.
Dazu kommt die Materialstärke. Dünnere Stoffe lassen sich enger legen, dickere brauchen mehr Zugabe an den Nähten. Welche Materialien überhaupt in Frage kommen, klärt Welche Textilien eignen sich für Upcycling.
Wie viel Fläche eure Banner haben
Die meisten Unternehmen wissen ihre Materialmenge nicht in Quadratmetern, sondern in Rollen, Paletten oder Kisten. Diese Richtwerte helfen beim Umrechnen:
| Format | Maße | m² |
|---|---|---|
| Bauzaunbanner im Standardmaß | 3,40 × 1,73 Meter | knapp 6 pro Stück |
| Stadionbande | 6 × 0,9 Meter | gut 5 |
| Roll-up | 1 × 2 Meter | 2 |
| Hissfahne | 1,5 × 4 Meter | 6 |
| Messerückwand | 3 × 2,5 Meter | 7,5 |
| Europalette mit gefalteten PVC-Bannern | etwa 400 Kilogramm | grob 800 |
Die letzte Angabe ist die praktischste, weil Bannermaterial meist auf Paletten liegt. Bei mittelschwerem Frontlit von 450 bis 500 Gramm pro Quadratmeter entsprechen 100 Kilogramm etwa 200 Quadratmetern.
Die Mindestmenge und was sie bedeutet
Unsere Staffel beginnt bei 250 Stück pro Produkt. Daraus ergibt sich für jedes Produkt eine Mindestfläche:
| Produkt | Mindestfläche m² |
|---|---|
| Rucksack, Messenger Bag, Dufflebag | rund 250 |
| Tragetasche, Turnbeutel, Laptophülle, Sitzkissen | 85 bis 125 |
| Moonbag | rund 85 |
| Bauchtasche | rund 50 |
| Kulturbeutel, Clutch, Brustbeutel | 30 bis 60 |
| Stifteetui, Packing Bag, Brillenetui | 15 bis 25 |
| Cardholder, Untersetzer, Schlüsseltasche | rund 10 |
| Schlüsselanhänger | 5 bis 8 |
Zwei Bauzaunbanner reichen also für eine Serie Schlüsselanhänger. Für eine Serie Rucksäcke braucht es gut vierzig.
Was der Verschnitt ausmacht
Die Zahlen oben sind Nettowerte, der Verschnitt ist eingerechnet. Wie hoch er ausfällt, hängt an drei Dingen.
Die Form des Materials. Ein durchgehendes Banner von sechs Quadratmetern gibt mehr her als sechs Reststücke von je einem Quadratmeter, weil die Schnittmuster besser aneinander liegen.
Die Ausrichtung des Drucks. Wenn auf jedem Produkt derselbe Motivteil sitzen soll, muss jedes Teil gleich ausgerichtet werden. Das kostet je nach Motivgröße bis zu einem Drittel der Ausbeute. Wer unterschiedliche Ausschnitte zulässt, verliert nichts.
Ösen, Säume und Kederkanten. Die Ränder von Bannern sind meist verstärkt oder gelocht und fallen weg. Bei einem Bauzaunbanner sind das etwa fünf Prozent der Fläche.
Der Verschnitt selbst ist nicht verloren. Reststücke gehen in Schlüsselanhänger, Cardholder und Untersetzer, weshalb sich ein gestaffeltes Sortiment doppelt lohnt. Eine Übersicht möglicher Produkte steht in Alte Werbebanner wiederverwenden: 20 Produktideen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Angenommen, in einem Lager liegen zwölf Bauzaunbanner, vier Roll-ups und drei Hissfahnen. Das sind rund 72, 8 und 18 Quadratmeter, zusammen knapp 100.
Aus den zwölf Bauzaunbannern, dem schweren Frontlit, ließen sich rund 140 Tragetaschen fertigen. Für 250 reicht es nicht, für 250 Bauchtaschen dagegen schon.
Die vier Roll-ups sind zu dünn für Taschen, ergeben aber rund 150 Stifteetuis oder 200 Cardholder.
Die drei Hissfahnen aus leichtem Polyester geben etwa 40 Turnbeutel oder 600 Schlüsselanhänger her.
Sinnvoll wäre also: Bauchtaschen aus dem schweren Material als Hauptprodukt, Cardholder aus den Roll-ups, Schlüsselanhänger aus den Fahnen und aus dem Verschnitt. Drei Produkte, ein Materialbestand, nichts übrig.
Was das für die Planung heißt
Wenig Material, viele Menschen: kleine Produkte. Aus einem einzigen Bauzaunbanner entstehen mehrere hundert Schlüsselanhänger.
Viel Material, hochwertiges Produkt: Rucksäcke und Messenger Bags. Dafür braucht es deutlich mehr Fläche, als die meisten erwarten.
Wenn beides nicht aufgeht, lässt sich kombinieren. Wer eine größere Menge eines Produkts bestellt, kann eine kleinere Menge eines Zusatzprodukts mit hineinnehmen und damit auch die Reststücke nutzen.
Material und Produkt
