T-Shirts und Trikots upcyceln: Was aus einem Kleidungsstück entsteht
Lukas Landefeld · Sales und Development · 6 Min. ·
Shirts fallen in Unternehmen und Vereinen in großen Mengen an: Eventshirts, Teamkleidung, Werbeshirts aus Kampagnen, Trikots aus abgelaufenen Saisons. Anders als bei Bannern rechnet man hier nicht in Quadratmetern, sondern in Kleidungsstücken.
Was ein Shirt hergibt
Aus einem einzelnen Shirt oder Trikot entsteht jeweils eines der folgenden Produkte. Die Fläche eines Kleidungsstücks ist die Rechengröße, an der alles Weitere hängt.
| Produkt | Stück aus einem Kleidungsstück |
|---|---|
| Turnbeutel | 1 Stück |
| Kissen | 1 Stück |
| Nackenkissen | 1 Stück |
| Sitzkissen | 1 Stück |
| Schlauchschal | 1 bis 2 Stück |
Bei kleineren Produkten wird ein Stück mehrfach genutzt.
| Produkt | Stück aus einem Kleidungsstück |
|---|---|
| Schlafmaske | 3 bis 5 Stück |
| Packing Bag oder Brillenetui | 2 bis 10 Stück |
| Scrunchie | 10 bis 15 Stück |
Bei Produkten, für die mehrere Kleidungsstücke nötig sind, kehrt sich die Rechnung um.
| Produkt | Nötige Kleidungsstücke |
|---|---|
| Kulturbeutel | 4 bis 6 Kleidungsstücke |
| Stifteetui | 6 bis 8 Kleidungsstücke |
Warum Jersey und Funktionsgewebe andere Produkte erlauben
T-Shirt-Stoff ist elastisch, Trikotgewebe ist leicht und schnelltrocknend. Beides ist für steife Taschen ungeeignet, dafür aber für alles interessant, was am Körper getragen wird oder nachgeben soll. Schlauchschals, Scrunchies, Schlafmasken und Kissen funktionieren daraus deutlich besser als aus Bannermaterial.
Wer eine formstabile Tasche will, braucht eine Verstärkung oder ein anderes Ausgangsmaterial. Was sich sonst noch verarbeiten lässt, steht in der Übersicht dazu, welche Textilien sich für Upcycling eignen.
Was mit dem Aufdruck passiert
Bei Eventshirts sitzt der Druck meist mittig auf Brust oder Rücken. Beim Zuschnitt lässt sich entscheiden, ob er sichtbar bleibt. Ein sichtbarer Aufdruck macht das Produkt erkennbar, ein verdeckter kostet Ausbeute, weil dann weniger Fläche pro Shirt nutzbar ist.
Bei Trikots liegt der Wert im Aufdruck
Bei Vereinstrikots ist das der eigentliche Punkt. Rückennummer, Spielername, Sponsorenlogo und Ärmelpatch machen aus einem Standardprodukt ein Sammlerstück.
Beim Zuschnitt lässt sich gezielt darauf hinarbeiten. Ein Turnbeutel mit sichtbarer Rückennummer ist für Fans etwas anderes als ein Turnbeutel in Vereinsfarben. Das ist aufwendiger, weil jedes Stück einzeln ausgerichtet werden muss, hebt den Wert aber deutlich.
Wer einheitlichere Produkte will, arbeitet mit den unbedruckten Flächen oder sortiert das Material vorab nach Farbe.
Die Mengenrechnung
Unsere Staffel beginnt bei 250 Stück pro Produkt. Für 250 Turnbeutel braucht ihr also rund 250 Kleidungsstücke, für 250 Scrunchies reichen etwa zwanzig.
Bei Vereinen ist das der häufigste Knackpunkt, weil ein einzelner Saisonsatz für Turnbeutel selten ausreicht. Drei Wege führen trotzdem zum Ziel: mehrere Saisons zusammenlegen, auf kleinteilige Produkte gehen oder Trikots mit anderem Vereinsmaterial wie Bannern und Fahnen kombinieren.
Was andere daraus gemacht haben
Für den 1. FC Nürnberg sind aus Trikots Turnbeutel und Kissen entstanden. Auch mit Hertha BSC, dem TBV Lemgo, den Telekom Baskets Bonn und den BR Volleys haben wir Vereinsmaterial verarbeitet.
Der wiederkehrende Effekt: Die Produkte funktionieren nicht als Restverwertung, sondern als eigenes Angebot. Weil jedes Stück ein Einzelstück ist und die Auflage begrenzt bleibt, entsteht Nachfrage, die es bei Standardmerchandise nicht gibt. Wie sich daraus ein verkäufliches Sortiment planen lässt, steht in Fanartikel aus alten Vereinsmaterialien.
Material und Produkt
