Nachhaltige Fanartikel aus alten Vereinsmaterialien herstellen
Lukas Landefeld · Sales und Development · 6 Min. ·
Upcycling-Produkte im Fanshop sind kein Nachhaltigkeitsprojekt am Rand des Sortiments, sondern eine eigene Produktkategorie. Richtig aufgesetzt bekommt man Artikel mit Marge und mit einer Herkunft, die kein zugekaufter Merchandise-Artikel hat.
Warum Unikate anders verkaufen als Standardmerchandise
Klassischer Merchandise ist beliebig verfügbar. Wer den Schal nicht heute kauft, kauft ihn nächste Woche.
Bei Upcycling-Produkten gilt das nicht. Das Ausgangsmaterial ist endlich, jedes Stück sieht anders aus, und ist ein Motiv vergriffen, kommt es nicht wieder. Das erzeugt eine Dringlichkeit, die sonst nur bei künstlich limitierten Editionen entsteht.
Dazu kommt die Herkunft. Eine Tasche aus dem Banner, das im Stadion hing, ist für einen Fan etwas anderes als eine Tasche mit aufgedrucktem Logo.
Welches Material sich für den Verkauf eignet
Am besten funktioniert Material mit erkennbarem Bezug zum Verein: Stadionbanner und Bandenwerbung, weil sie sichtbar im Stadion hingen. Trikots mit Nummer oder Spielernamen. Choreo-Planen und Fahnen aus der Kurve. Wie viele Produkte aus einem Trikotbestand entstehen, steht in der Rechnung dazu, was aus einem einzelnen Kleidungsstück wird.
Weniger geeignet ist neutrales Material ohne Wiedererkennung. Daraus lassen sich gute Produkte machen, aber die Geschichte fehlt, und damit der Grund, warum jemand mehr dafür zahlt als für ein Standardprodukt.
Wie die Auflage geplant wird
Die Menge ergibt sich aus dem Material, nicht aus dem Wunsch. Wer eine größere Auflage will, braucht mehr Material oder ein kleineres Produkt.
| Produkt | Stück aus 100 Quadratmetern |
|---|---|
| Tragetasche | rund 200 |
| Bauchtasche | rund 500 |
Sinnvoll ist meist ein gestaffeltes Sortiment: ein hochpreisiges Stück wie eine Messenger Bag, ein mittleres wie eine Bauchtasche und ein günstiger Einstieg wie ein Schlüsselanhänger. Damit deckt man unterschiedliche Budgets ab und nutzt das Material vollständig, weil auch die kleinen Reste in ein Produkt gehen. Welche Produkte dafür infrage kommen, steht in der Liste mit zwanzig Produktideen aus alten Werbebannern, die Flächenrechnung dahinter in Taschen aus 100 Quadratmetern Bannerstoff.
Was aus dem Verkauf bekannt ist
Bei Hertha BSC werden Taschen aus LKW-Planen im offiziellen Vereinsshop verkauft. Für den DFB entstanden aus Stadionbannern aus Köln Taschen und Organizer für den DFB-Fanshop. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft hat ihre Produkte aus alter Dienstkleidung in einem Pop-up-Store an der Hauptwache verkauft.
Bei DHL decken die Erlöse aus dem Fanshop inzwischen die laufenden Kosten des Projekts. Warum sich das auch außerhalb des Vereinsumfelds rechnet, steht in Aus Abfall wird Umsatz.
Anwendungsfälle
Was steckt in eurem Materialbestand?
Am Anfang steht die Frage, was tatsächlich an Material da ist. Schickt uns Fotos und eine grobe Mengenangabe, dann entwickeln wir einen Vorschlag für ein Sortiment, das zu eurem Bestand passt.
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