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Wege und Regeln

Kreislaufwirtschaft im Unternehmen: die fünf Stellen, an denen es scheitert

Nils Neubauer · CPO und Co-Founder · 6 Min. ·

Kreislaufwirtschaft steht in vielen Nachhaltigkeitsstrategien. Woran die Umsetzung dann hängt, ist erstaunlich vorhersehbar. Fünf Punkte tauchen in fast jedem Gespräch auf, und keiner davon ist technisch.

Niemand weiß, was das Haus verlässt

Werbemittel werden im Marketing verantwortet, Arbeitskleidung im Einkauf, die Entsorgung beim Facility Management. Drei Abteilungen, drei Budgets, kein gemeinsamer Überblick.

Deshalb ist der erste Schritt unspektakulär: eine Liste. Welche Materialien fallen wo an, in welchen Mengen, wie oft, und was passiert heute damit. Wer diese Liste zum ersten Mal erstellt, findet meistens Bestände, von denen niemand mehr wusste.

Die Reihenfolge wird nicht eingehalten

Die europäische Abfallhierarchie gibt vor: Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, sonstige Verwertung, Beseitigung. In der Umsetzung wird häufig direkt beim Recycling angesetzt, weil dafür Anbieter existieren und Angebote schnell eingeholt sind.

Sinnvoll ist, für jeden Materialstrom von oben nach unten zu prüfen. Lässt sich der Bedarf reduzieren? Kann das Material intern weiterverwendet werden? Lässt es sich weiterverarbeiten? Erst wenn all das ausfällt, geht es in die Entsorgung.

Die Ziele sind zu ambitioniert für das Material

Nicht jeder Strom lässt sich schließen. Stark verschlissenes, chemisch belastetes oder untrennbar verklebtes Material ist am Ende seines Lebens angekommen. Das ehrlich zu benennen ist besser als ein Projekt, das an der Materialqualität scheitert.

Bei Textilien und technischen Textilien ist die Ausbeute dagegen hoch. Banner, Planen, Fahnen und Bekleidung lassen sich fast immer weiterverarbeiten, solange die Menge stimmt.

Der interne Aufwand bleibt bei einer Person hängen

Das ist der häufigste Grund, warum solche Projekte einschlafen. Wenn Materialsammlung, Sortierung und Logistik an einzelnen Personen hängen, passiert es einmal und dann nie wieder.

Praktikabel ist, den Prozess so weit wie möglich auszulagern und intern nur einen Sammelpunkt und eine zuständige Person festzulegen. Sortierung, Kontrolle und Reinigung lassen sich beim Verarbeiter erledigen.

Die Zahlen werden zu spät gesucht

Wer berichten muss, braucht Angaben: Welche Menge Material ist in den Kreislauf zurückgegangen, wie viele Produkte sind entstanden, was wäre sonst entsorgt worden. Am Ende eines Projekts sind diese Zahlen leicht festzuhalten, ein Jahr später kaum noch zu rekonstruieren.

Die EU-weite Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien gilt seit Anfang 2025. Wer die eigenen Ströme kennt, erfüllt diese Anforderung nebenbei mit.

Was aus einem Projekt einen Ablauf macht

Ein einmaliges Projekt bleibt ein Projekt. Kreislaufwirtschaft wird daraus, wenn der Ablauf beim nächsten Mal wieder greift. Am einfachsten ist es, ihn an einen bestehenden Anlass zu koppeln: nach jeder Kampagne, bei jedem Wechsel der Dienstkleidung, zum Ende jeder Saison.

Wo ihr anfangen könnt

Wenn ihr nicht wisst, ob eure Materialien überhaupt infrage kommen, reicht eine grobe Liste mit Fotos. Wir sagen euch, was sich davon verarbeiten lässt.

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Wisst ihr, was euer Haus verlässt?

Eine grobe Liste mit Fotos reicht für den Anfang. Wir sagen euch, was sich davon verarbeiten lässt und was nicht.

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